English
português
Camelô
 
Straßenhändler in Rio de Janeiro
Infos zum Film
Thema
Informalität global
Zur brasilianischen Wirtschaft
Zur Geografie Rios
Die Waren
Illegalität
Politik und Verwaltung
fächerübergreifende Kooperation
neuer Themenbereich?
Die Protagonisten
Alexandre
Carlos Augusto
Flávio
Luciana
Startseite
Neues
Kontakt
Allgemeiner Blog
  Flávio
 

Flávio lebt gemeinsam mit seiner Frau Luciana und ihren vier Kindern Ariana, Helena, João und Benhum in einem armen Stadtteil Belford Roxos, einer Vorstadt Rio de Janeiros in der so genannten sich nach Norden ausdehnenden Baixada Fluminense („Senke Rios“).

Bis zu seiner Heirat als 16jähriger besuchte er die Schule, die er danach abbrechen musste um seine junge Familie zu versorgen. Zunächst arbeitete er formell mit Arbeitsbuch (carteira de trabalho) u.a. als Aushilfshausmeister. Die formellen Einkommen reichten jedoch nicht aus, so begann er mit 17 Jahren als Straßenhändler sein Geld zu verdienen.

Sein Hauptarbeitsplatz ist eine belebte Kreuzung im Norden Rio de Janeiros. Schaltet die Ampel auf Rot läuft er von stehendem Auto zu Auto und bietet den Wageninsassen seine Waren an. Diese sind im Sommer, bei großer Hitze Früchte, die er auf dem zentralen Früchtemarkt CEASA im Stadtteil Irajá einkauft. Im Winter, wenn es etwas kühler ist, verkauft Flávio Schokolade.

Zum Muttertag oder wie während der Dreharbeiten in der Vorweihnachtszeit verkauft er den Anlässen entsprechende Waren, also beispielsweise Rosen oder wie im Film Wanduhren. Um seine Einnahmen aufzubessern zieht er zu diesen Gelegenheiten abends noch zusätzlich von Kneipe zu Kneipe, überwiegend in den Armenvierteln, und bietet den Gästen seine Waren an. Auch besondere Veranstaltungen wie kostenlose Konzerte nutzt er für einen Extraverdienst und verkauft als fliegender Händler beispielsweise kleine Accessoires wie Halsbänder mit Blinklichtern.

Zu Wohnort, Wareneinkauf und Verkaufspunkt siehe >>> Interaktive Karte

Keiner meiner Protagonisten wollte das kleine von mir bezahlbare Honorar dieses No-Budget-Projekts für den Verdienstausfall durch die Dreharbeiten annehmen, so auch Flávio nicht. Dennoch würde ich gerne mit den Mitteln die einem Kommunikations-Designer zur Verfügung stehen eine Gegenleistung erbringen, für sein gezeigtes soziale Engagement und seinen Mut .

Möglich wäre eine Patenschaft für Arianas, Helenas, Joãos und Benhuns Schulbildung. Wenn sich Menschen finden würden diese zu finanzieren, würde ich mich darum kümmern und zusätzlich ein Internetportal einrichten, über das die Paten und Kinder ständig kommunizieren könnten. So könnten die Kinder über kleine Aufsätze und Fotos von ihrem (Schul)Alltag berichten und man könnte die Paten vorstellen und ihnen somit danken. Aber auch für jede Idee, Anregung oder Unterstützung für Flávio würde ich mich sehr freuen.

Benjamin Hemer
benjamin@camelo-film.org

 
 

Flávios Kinder Ariana, Helena, João und Benhun