Alexandre ist Mitte 40 und lebt gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Dona Beni und ihren zwei Töchtern Gabriela und Barbara in Laranjeiras, einem Stadtteil der Mittel- bis Oberschicht. Den Lebensunterhalt der Familie verdient er durch den Verkauf von alten Schallplatten. Dona Beni ist Hausfrau, bessert die Finanzen durch ihre Halbtagstätigkeit als Verkäuferin in einer Bäckerei etwas auf und verdient sich noch ein kleines Extrabrot indem sie eine Bar in der Nähe ihrer Wohnung mit gefüllten Teigwaren (Pastel) beliefert.
Alexandre verdient für Straßenhändlerverhältnisse überdurchschnittlich, da er sich durch ein professionelles Geschäftskonzept abhebt. Er bedient über seine Vorauswahl nur ein musikalisch anspruchsvolles Zielpublikum, größtenteils Musiker, Musikstudenten und Liebhaber seltener Schallplatten. Außerdem hat er sich durch die hohe Qualität seiner Schallplatten eine große Stammkundschaft aufbauen können. Diese kommt aus ganz Brasilien und viele sogar aus der ganzen Welt aufgrund seines strategisch günstigen Verkaufspunkt, an dem auch viele insbesondere Kulturinteressierte Touristen vorbeikommen. Nebenbei lernte er über sein Geschäft auch viele Musiker persönlich kennen mit denen ihn eine Freundschaft verbindet und die ihn weiterempfehlen. |
Seine Ware kauft er in karitativen Secondhandläden, bei anderen Straßenhändlern oder Obdachlosen ein. Diese lagert er überwiegend in einem großen Depot im Zentrum Rio de Janeiros. Von dort nimmt er die für den Verkauf bestimmten oder schon von Kunden vorbestellten Schallplatten mit, bereitet sie Zuhause vor, indem er sie reinigt, die Cover repariert oder austauscht, sie auf Schäden untersucht, in Schutzhüllen verpackt und die Preise berechnet. |
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Alexandre verabschiedet sich von seiner Familie |
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